Bratwürste, Reibekuchen, gebrannte Mandel, Süßigkeiten aller Art - zu Essen gibt es auf dem Duisburger Weihnachtsmarkt in Hülle und Fülle. Unter den vielen Weihnachtsmarkt-Klassikern bietet Henriette Traber seit einigen Jahren eine weitere Leckerei. Norwegischer Lachs wird bei ihr auf Holzbrettern über dem offenen Feuer gegart. Die Zubereitungsart haben Traber, ihr Mann Mario und Schwager Ludwig von einem Besuch aus Finnland mitgebracht. Eine echte skandinavische Koproduktion also.

"Ein Leben ohne von Ort zu Ort zu ziehen kann ich mir nicht vorstellen", sagt Henriette Traber. Mit ihrem Mann ist sie von März bis Dezember auf Achse. Jede Woche ein Markt oder Fest, eine andere Stadt. In der freien Zeit im Januar und Februar nennen sie Selfkant an der holländischen Grenze ihr zu Hause. "Das ist unser Glück. Ein holländischer Fischhändler bezieht seinen Lachs direkt aus Norwegen." Henriette Traber steht an der Garstelle des Stands. Das Feuer lodert hinter Glasplatten. An ein Eisengestell gelehnt stehen die Lachsseiten über den offenen Flammen. Es duftet frisch und der Lachs bekommt ganz sacht eine dunkle Kruste. 500 dieser Seiten plant Traber mindesten für den diesjährigen Markt ein, hofft aber auf mehr.

Eine echte Stammkundschaft wurde aufgebaut

Kundin Semiramis Grigo ist zumindest überzeugt. "Der Lachs war vorzüglich", sagt sie. "Die Salzkruste macht aus dem Fisch etwas Besonderes und ihn von außen knusprig. Er war perfekt gegart." Grigo hatte eine Portion Lachs mit Salat und Crème fraîche bestellt. Die Trabers halten ihr Angebot simpel. Der Lachs soll für sich sprechen.

Mehrmals im Jahr kann sich der Duisburger davon ein geschmackliches Bild machen. Beim Matjesfest und dem Handwerkermarkt sind die Trabers mit ihrem Lachs dabei. Auf den Weihnachtsmarkt kamen sie vor vier Jahren erstmalig nach Duisburg. "Seitdem haben wir eine echte Stammkundschaft aufgebaut, wir fühlen uns sehr wohl hier."

Seit 15 Jahren dabei

15 Jahren ist das kulinarische Aha-Erlebnis in Finnland nun her. Seit zehn Jahren ist der Lachs Henriettes und Marios Lebensinhalt. Schwager Ludwig ist sogar noch zwei Jahre vorher mit der Geschäftsidee an den Start gegangen.

Die Trabers waren das Umherziehen jedoch schon früher gewohnt. Bevor sie Gastronomen auf Rädern wurden, traten sie als Hochseilartisten auf. Schon Uropa Traber verbrachte sein Leben auf dem Seil. So zogen sie durch Europa. "Am Ende blieb außer Applaus nicht viel übrig", erinnert sich Henriette Traber. Und davon wird man ja bekanntlich - anders als vom Lachs - nicht satt.