Wie in den Jahren zuvor hatte der Kulturring Bad Laasphe am Tag der Deutschen Einheit wieder zu einem festlichen Konzert mit der Philharmonie Südwestfalen eingeladen. Die Musikfreunde erwartete diesmal in der Aula des Städtischen Gymnasiums eine Auswahl schönster Melodien aus der fantasiereichen Welt der Oper.

Bestens aufgelegt zeigten sich bei dieser Gala Dirigent Achim Fiedler, seine Philharmoniker und die Solisten Christina Maria Heuel (Sopran), Teresa Smolnik (Mezzo-Sopran) und Martin Berner (Bariton).

Natürlich im Programm des Opern-Abends: Werke von Giuseppe Verdi und Richard Wagner, deren 200. Geburtstag in diesem Jahr begangen wird. Rein rhetorisch klingt da die Frage, ob die Erfolgsgeschichte der Gattung Oper ohne die Werke dieser beiden Musik-Großmeister überhaupt vorstellbar wäre. Ihre Geburtstage sind jedenfalls willkommener Anlass, sich ihren Kompositionen zu nähern.

Verständnisvolle Begleitung

Zu hören an diesem Abend aber auch Melodien aus Opern von Wolfgang Amadeus Mozart, Carl Maria von Weber und Pjotr Iljitsch Tschaikowsky. Dabei erlebte das Publikum ein Orchester, das sich nicht nur bei den reinen Instrumentalstücken wie den Ouvertüren zur "Zauberflöte" und beim Vorspiel zur Oper "Die Meistersinger von Nürnberg" bestens ins Benehmen setzte, sondern auch als verständnisvolle Begleitung glänzte.

Ferner durften sich die Zuhörer an der vokalen Glut der Solisten und an einem engagiert auftretenden musikalischen Leiter erfreuen.
 Achim Fiedler: Der 1965 geborene Stuttgarter war von 1998 bis 2012 künstlerischer Leiter des Festival Strings Lucerne. Als Gastdirigent debütierte er unter anderem in der Dresdner Semperoper mit der Sächsischen Staatskapelle und beim Orquestra Simfonica de Barcelona e Nacional de Catalunya.
 Christina Maria Heuel (Sopran): Die gebürtige Olperin studierte in Essen und sang bereits während dieser Zeit bedeutende Partien in bekannten Opern wie "Die Zauberflöte". Ihr wurden bereits mehrere Stipendien für herausragende Leistungen zuerkannt.
  Teresa Smolnik (Mezzosopran): Sie begann ihre sängerische Ausbildung nach dem Abitur in Wien, schloss im Oktober 2010 an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig ihr Gesangsstudium mit dem Diplom ab und setzt ihre Ausbildung nun in einem Aufbaustudium "Master Oper" bei Prof. Carola Guber in Leipzig fort.
  Martin Berner (Bariton): Er studierte an den Musikhochschulen in Hamburg und Mannheim. Er ist Stipendiat des Richard-Wagner-Verbandes und Preisträger des Bundeswettbewerbs Gesang in Berlin.

Herausragendes Blumenduett

Alle drei Solisten verstanden es, die Herausforderungen der Kompositionen zu meistern. Berner spielte sein stimmliches Vermögen nicht nur bei der vom Publikum gefeierten Arie des Jelitzky "ja vas lyublyu" aus Tschaikowskys Oper "Pique Dame" aus, sondern hinterließ auch beim "Lied des Wolfram" aus Richard Wagners Tannhäuser einen glänzenden Eindruck. Doch ihm standen die beiden Solistinnen an Strahlkraft nichts nach. Christina Maria Heuel (Sopran) meisterte ihre Partien großartig, wobei sie sowohl der Ännchen aus Carl Maria von Webers Freischütz wie der Manon aus der gleichnamigen Oper von Jules Massenet mit der Intensität ihrer Stimme und tiefer Überzeugungskraft ein beeindruckendes musikalisches Gesicht gab. Teresa Smolnik sang nuanciert und klangschön die Arie der Olga aus Tschaikowskys "Eugen Onegin", konnte in der Arie des Don Ramiro aus Mozarts für den Münchner Fasching geschriebenen "La finta Giardiniera" alle Register ziehen und restlos überzeugen.

Aus der Reihe der Duette heraus ragte das Blumenduett "Viens, Mallika" aus der Feder Léo Delibes zwischen Lakmé und ihrer Dienerin Mallika, das zu den populärsten Duetten der klassischen Musik zählt.